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pädagogisch-therapeutisches Wohnheim „Am steiger“



1. Zielgruppe

Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren, die auffälligen oder riskanten Konsum von illegalen Drogen sowie Alkohol nach dem ICD – 10 aufweisen
Grundlage für einen Aufenthalt bilden die § 27, 34, 35a und 41 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes


2.


Voraussetzungen

eine abgeschlossene Entgiftungsbehandlung und ggfs. eine stationäre Kurztherapie
Freiwilligkeit des Kindes oder Jugendlichen zur Teilnahme am Leben im pädagogisch-therapeutischen Wohnheim
Der feste Wille zur dauerhaften Abstinenz und Bereitschaft zur Änderung der bestehenden Lebenssituation


3.


Aufnahme

Definitive Zusage des jeweiligen Jugendamtes als Kostenträger
Zustimmung der Erziehungs- und Personensorgeberechtigten


4.


Angebote

Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Führung eines drogenfreien Lebens durch sucht- und sozialtherapeutisches Setting
Vermittlung einer sinnvollen Tagesstruktur
Sichtbarmachen der Stärken und Ressourcen jedes Einzelnen
Einbeziehung des Familiensystems und sozialen Umfeldes
Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstwahrnehmung
Erarbeitung alternativer Verhaltens- und Handlungsmuster


5.


Aufenthaltsdauer

12 bis 20 Monate je nach individuellen Erfordernissen
Nach der Aufnahme erfolgt eine 4 - wöchige Probezeit zur Klärung des individuellen Settings zwischen Bewohner, Betreuer und Therapeuten


6.


Aufenthaltsphasen

Der Aufenthalt in unserer Einrichtung unterteilt sich nach der Probezeit in 3 Phasen, diese tragen Prozesscharakter und sind in ihrer inhaltlichen und zeitlichen Gestaltung von der individuellen Situation des Bewohners abhängig.


6.1


Kontakt- und Aufnahmephase (8 Wochen)

Kontaktaufnahme über vermittelnde Stellen, wie Jugendhilfe, Ärzte, Kliniken, Justiz, Schulen u.a.
Motivationsarbeit
Anamnese, Eingangsdiagnostik
Festlegung von Behandlungszielen
Erarbeitung des Hilfeplanes mit allen Beteiligten


6.2.


Behandlungs- und Arbeitsphase (mindestens 8 Monate)

Tagesstrukturierung (Schule, Arbeits- u. Beschäftigungstherapie, Freizeit u.a.), Familienarbeit
Sucht- bzw. Sozialtherapie auch über das Angebot des Therapeutischen Reitens
Sucht- bzw. Sozialtherapie auch über das Angebot des Therapeutischen Reitens
Befähigung zur kritischen Selbstwahrnehmung
Entwicklung sozialer Kompetenzen
Vermittlung an Fachkräfte außerhalb unserer Einrichtung (z. B. Schuldner- und Rechtsberatung)
Vermittlung in medizinische Einrichtungen (niedergelassene Ärzte)
Überprüfung der Behandlungsziele und eventuelle Modifikation
Praktische Umsetzung von Erlerntem in der Gruppe
Sozialarbeit
Familienarbeit


6.3


Ablösephase

Vorbereitung der Nachsorge
Erarbeitung weiterer Perspektiven
Rückfallprophylaxe
Abschlussdiagnostik
Prozess des Abschiedes
Wenn nötig Vermittlung in weiterführende Maßnahmen


7.


Pädagogische und therapeutische Maßnahmen

7.1 Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren

Pferde fordern unsere Bewohner zum Kontakt auf, dadurch Förderung der Selbsteinschätzung und Persönlichkeitsentwicklung
Maßnahmen zur Förderung der Psychomotorik, des Sozialverhaltens, des Selbstwertgefühles

7.2

Ergotherapie

stellt ein Erprobungsfeld für Kreativität und Belastbarkeit dar
fördert die Entwicklung von Gestaltungsfähigkeit und des Selbstwertes durch handwerkliche Handhabung und Gestaltung von verschiedenen Materialien

7.3

Sporttherapie

Förderung der aktiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper
bewusste körperliche Wahrnehmung mit der Einschätzung nach Belastbarkeit

7.4

Sozialarbeit

enthält qualifizierte Beratung und Unterstützung in allen sozialrelevanten Bereichen
Vermittlung von Informationen und Hilfestellungen

7.5

Erziehung

beinhaltet pädagogische Maßnahmen zur Stabilisierung der Persönlichkeit und Weiter-entwicklung der Bewohner mit folgenden methodischen Ansätzen:
Gruppenarbeit, Projektarbeit, Freizeitpädagogik, Erlebnis-pädagogik, Spielpädagogik

7.6

Angehörigenarbeit

Abbau von Ängsten und Frustrationen und Unsicherheiten im beiderseitigen Umgang

8.

Unser Team

Diplom Sozialarbeiter/Pädagogen
Erzieher
Therapeuten
Kinder- und Jugendpsychologe als Honorarkraft
Fachkraft für Verwaltung und Hauswirtschaft
regelmäßige Teilnahme an Supervisionen
ständige Fort- und Weiterbildung aller Teammitglieder

9.

Dokumentation und Evaluation

Der gesamte Betreuungsverlauf im Wohnheim wird unter Beachtung des Datenschutzes schriftlich dokumentiert. Im Verbundsystem der SiT gGmbH hat unsere Einrichtung das Dokumentationssystem EBIS eingeführt. Die Auswertung der erhobenen Daten wird zur Effizienzkontrolle und zur Weiterentwicklung des Behandlungs- und Betreuungskonzeptes genutzt. Die Dokumentation erfolgt sowohl bewohnerbezogen (Verlaufs- und Ergebnisqualität) als auch einrichtungsbezogen (Strukturqualität). Erfahrungsauswertungen (Evaluation) ermöglichen die wöchentlichen Teamberatungen (Fallbesprechungen, Erziehungsbesprechungen).

         
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