Das Aufnahmeverfahren

Suchthilfe in Thüringen Suchthilfe in Thüringen

Die Aufnahme

Die Aufnahme in unsere Adaptionseinrichtung bedarf der vorherigen Bewilligung durch den zuständigen Leistungsträger (LVA o.a.). Dazu stellt die behandelnde Fachklinik ca. 4 Wochen vor Therapieende einen Antrag beim jeweiligen Kostenträger. Parallel dazu stellt sich der Patient mit einer aussagekräftigen Bewerbung in der Adaptionseinrichtung vor.


Das Angebot der Adaptionseinrichtung Weimar richtet sich an Suchtkranke unabhängig vom Geschlecht und Suchtmittel, welche vom psychosozialen Hintergrund her so gut wie keine oder sehr ungünstige familiäre Bedingungen aufweisen und infolge langer Arbeitslosigkeit bzw. ungenügender beruflicher Sozialisation weiterer Hilfe bedürfen.

Es ist eine Aufnahme im Anschluß an eine Entwöhnungsbehandlung oder einer anderen Behandlungsmaßnahme möglich.

Bewerbung des Patienten

Neben dem Kostenantrag der behandelnden Einrichtung stellt sich die Patientin/der Patient schriftlich mit einer aussagefähigen Bewerbung (ausführlicher Lebenslauf, Angaben zu Suchtentwicklung, beruflicher Entwicklung, Erfahrung in der Therapie, eigenen Zielüberlegungen mit eventuell bereits bestehenden Vorstellungen für das angestrebte Praktikumsfeld) in der Adaptionseinrichtung vor.

Eine freie Willenserklärung sowie die Bereitschaft und Fähigkeit zur aktiven Mitwirkung der Patienten werden vorausgesetzt.

Informationsgespräch / Probewohnen

Vor dem Termin der beantragten Aufnahme in die Adaptionseinrichtung besteht das Angebot eines Informationsgespräches. An das Informationsgespräch kann sich ein zwei- bis dreitägiges Probewohnen in der Erfurter Einrichtung anschließen.

Sowohl das Informationsgespräch als auch das Probewohnen sollen neben dem gegenseitigen Kennenlernen abklären, inwieweit die Voraussetzungen für eine Aufnahme in der extern eingerichteten Adaptionsphase gegeben sind.

Personenkreis


Das Angebot ist offen für Abhängige illegaler Drogen, Alkoholabhängige, Medikamentenabhängige, Mehrfachabhängige (Polytoxikomane), Glückspielsüchtige, Essgestörte und richtet sich insbesondere an solche Abhängigkeitskranke, die infolge ihrer Erkrankung

noch nicht, nicht ausreichend bzw. nicht mehr beruflich und sozial integriert sind
hinsichtlich der erforderlichen Schritte zur beruflichen und sozialen Reintegration noch unsicher sind
vom dauerhaften Verlust der Arbeitsfähigkeit bedroht sind
eine geringe Belastbarkeit (psychisch und/oder physisch) aufweisen
unter verschiedenen Folgeerkrankungen leiden
nicht ausreichend positive Erfahrungen mit selbständiger Lebensgestaltung sammeln konnten
unter mangelndem Selbstbewusstsein leiden
bisher keine tragfähigen Beziehungen aufbauen konnten oder diese im Zuge ihrer Suchtentwicklung verloren haben
über wenig soziale Kompetenzen verfügen
den verschiedensten Stressfaktoren des (Berufs-) Alltages noch nicht ausreichend gewachsen sind

Durch spezielle rehabilitative Maßnahmen kann diesem Personenkreis eine realistische Chance zur langfristigen Wiedereingliederung eröffnet werden.
Für die Adaptionseinrichtung in Erfurt hat die Zielgruppe der jungen Suchtmittelabhängigen zwischen 18 und 39 Jahren eine besondere Bedeutung. Dabei soll im Sinne des integrativen Ansatzes einerseits jungen von illegalen Drogen Abhängigen und andererseits jungen von Alkohol Abhängigen ein Angebot gemacht werden.

Personen aus der Gruppe der chronisch-mehrfachgeschädigten Abhängigkeitskranken kann ein Behandlungsangebot gemacht werden, sofern der individuell vorliegende ärztliche und pflegerische Hilfebedarf dies zulässt und die angestrebte Verbesserung der Leistungsfähigkeit realistisch erscheint.